Unser Fahrtenschreiber

Randnotizen unserer Camping- und Familienreisen


Boah Leute, wo wollt ihr denn alle hin?!

4. und letzter Reisetag. Von Kurtatsch, Südtirol nach Neusäß

Tageskilometer: 360

 

In unserer Campingoase sind die Sachen ratzfatz in die Stuga gepackt und es bleibt vor der Abreise nach einem gemütlichen Frühstück noch genug Zeit für ein paar Bahnen im erfrischenden Badeteich. Von diesem Erlebnis werde ich die nächste Stunden zehren. Die Fahrt nach Hause wird sich beinahe endlos dehnen. Nach acht Stunden auf der Asphaltpiste haben wir läppische 360 Kilometer zurückgelegt. Für alle Optimisten: Die letzte Stunde lief recht gut, wir haben mit der Stuga im Schlepptau fast 100 Kilometer gut gemacht. Wenigstens mussten wir mit unserer Reiseroute über den Fernpass nicht hadern. Die Verkehrsmeldungen haben für den Brenner ähnliche Zustände gemeldet. Das letzte Ferienwochenende für Bayern und BaWü hat es nochmal in sich und auch auf der Gegenfahrbahn sieht es nicht viel besser aus. Autokolonnen schieben sich von Süd nach Nord und von Nord nach Süd. Zum Jammern gibt es dennoch wenig Grund, wir hatten ein wunderbares letztes Ferienwochenende. Der Süden Südtirols ist schon ein besonderes Schätzchen, das wir ins Herz geschlossen haben. Hach, man könnte glatt schon wieder ... 

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Spätsommer. Ein Ausflug bei hochsommerlichen Temperaturen auf den kühlen Fennberg

Naturdenkmal Mammutbäume in Fennhals. 100 Jahre alte Bäume, gepflanzt anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Kaiserkrönung von Franz Joseph
Naturdenkmal Mammutbäume in Fennhals. 100 Jahre alte Bäume, gepflanzt anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Kaiserkrönung von Franz Joseph

3. Reisetag. Samstag, 10. September 2016. In Kurtatsch und Unterfennberg

Übernachtung: Camping Obstgarten, Kurtatsch Breitbach

 

Kaum zu glauben, dass wir heute erst den dritten Tag in unserer kleinen und feinen Campingoase in Breitbach bei Kurtatsch sind. Die letzten Tage der Sommerferien tauchen wir noch einmal in eine wunderbare Entspanntheit  ein, die -ich wette!- am Dienstag recht abrupt ihr Ende finden wird. The same procedure als every year ...

 

Das zauberhafte Fräulein Fahrtenschreiber und der kleine Held plädieren für ein Ende der Lobhudelei auf unseren Lieblingsplatz in Südtirol. Immer noch ist er mehr als gut gefüllt. Kaum wird ein Plätzchen frei, ist es auch schon wieder belegt. Mit Glück und Spucke haben wir einem Platz für die drei Tage bekommen, die wir uns gewünscht haben. Ein Geheimtipp im Südtiroler Unterland ist der Obstgarten mit seinen 25 Stellplätzen sicher nicht mehr. Manche Schätze lohnt es sie geheimzuhaltend, meinen unsere Kinder. Am Ende kriegt man vor lauter Begeisterung mal selbst keinen Platz mehr!

 

Die Temperatur ist  an diesem 10. September erstaunlich hoch. Schon am Vormittag klettert die Quecksilberäule auf über 30 Grad und wir machen uns durch verwunschene Zauberwälder und vorbei an Mammutbäumen auf den Weg nach Fennberg. Hier oben lässt es sich wunderbar ein Stündchen wandern. Die Kinder sind anfangs wie immer skeptisch und maulen, was das "Latschen" angeht. Einen Geocache können wir leider nicht bieten, der liegt auf dem Klettersteig nach Margreid und ist unbezwingbar für uns Freizeitwanderer. Himmel!

 

Von Unterfennberg am Kirchlein vorbei läuft man im Schatten in Richtung Oberfennberg. Frau Hund ist begeistert, die Kinder schließlich auch. Bei wurzeligem Untergrund wird die Steigung zur Nebensache. Wanderungen, die sich nicht in der Kulisse Forstweg mit rechts ein Bäumchen, links ein Bäumchen und dazwischen Zwischenräumchen abspielen, sind ideal für das zauberhafte Fräulein Fahrtenschreiber und den kleinen Helden. Die Wiese am Fennsee lädt zum Abschluss zu einem Picknick ein. 

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In und um Kurtatsch. Ein Ferientag ganz so, wie er sein soll

Margreid. Ein fotogener, lauschiger Ort im südtiroler Unterland
Margreid. Ein fotogener, lauschiger Ort im südtiroler Unterland

2. Reisetag. Freitag, 9. September 2016. In Kurtatsch, Südtirol

Übernachtung: Camping Obstgarten, Kurtatsch Breitbach

 

Die Reise an einen Ort, den man schon ziemlich gut zu kennen glaubt, ist absolut entspannend. Wir haben nicht das Gefühl, Sehenswürdigkeiten abklappern zu müssen, weil wir eben zufällig in der Nähe sind. Wir sind komplett befreit von der Idee, Dies&Das&Jenes sehen zu müssen. Ein Spaziergang durch das malerische Dorf Margreid, ein Eis im Nachbarort Neumarkt und abends eine Stippvisite im Buschenschank Santlhof in Hofstatt über Kurtatsch sind genug Tagesprogramm für einen gelungenen Sommerferientag. Die südtiroler Küche im Buschenschank war wieder einmal ganz großes Kino. Kasnocken, Schlutzkrapfen, Marillenknödel und Kaiserschmarren gehören sicher nicht zur leichten Sommerküche, machen aber zusammen mit einem Glas Wein aus dem eigenen Weinberg und einem Glas Hollunderschorle bei grandioser Aussicht einfach glücklich. Hut ab, Tante Rosa!

 

Die Örtchen liegen so nah bei unserem Quartier in Breitbach, dass wir dazwischen immer wieder zu Hause in der Stuga eintrudeln und Mittagessen, kühle Zitronenlimonade bei der Hochsommerhitze schlürfen und uns im Badeteich erfrischen. Und ich frage mich auf dieser Südtirol Reise nicht zum ersten Mal, ob es überhaupt noch lohnt, eine Randnotiz im Fahrtenschreiber zu hinterlassen. Wir erleben nichts wirklich bahnbrechend Neues. Der Reiz liegt vielmehr im Bekannten, im Unspektakulären und in den Details, die sich mit jedem Besuch intensiver zeigen und schon Lust auf die nächste Reise hierher machen, bevor wir überhaupt abgereist sind.

Angenehme Kühle in Margreid durch das rauschende Bächlein
Angenehme Kühle in Margreid durch das rauschende Bächlein
In den Gassen von Margreid
In den Gassen von Margreid
Neumarkt. Zitrone und helle Schokolade sind die Favoriten des kleinen Helden im Eissalon Arlecchino
Neumarkt. Zitrone und helle Schokolade sind die Favoriten des kleinen Helden im Eissalon Arlecchino
Große Freiheit Sommerferien. Camping Obstgarten, Südtirol
Große Freiheit Sommerferien. Camping Obstgarten, Südtirol
Buschenschank Santlhof, Hofstatt über Kurtatsch, südtiroler Unterland
Buschenschank Santlhof, Hofstatt über Kurtatsch, südtiroler Unterland
Buschenschank Santlhof in Hofstatt im Südtiroler Unterland. Wunderbare bodenständige Küche in herrlicher Kulisse
Buschenschank Santlhof in Hofstatt im Südtiroler Unterland. Wunderbare bodenständige Küche in herrlicher Kulisse
Reben am Santlhof in Hofstatt über Kurtatsch
Reben am Santlhof in Hofstatt über Kurtatsch
Sauvignon oder Chardonnay? In jedem Fall freuen wir uns im kommenden Jahr auf ein Wiedersehen im Glas
Sauvignon oder Chardonnay? In jedem Fall freuen wir uns im kommenden Jahr auf ein Wiedersehen im Glas
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Unser Absacker für den Sommer. Oder: Wie man die große Freiheit Sommerferien noch etwas dehnt

Naturbadeteich auf dem Campingplatz Obstgarten
Naturbadeteich auf dem Campingplatz Obstgarten

1. Reisetag. Donnerstag, 8. September 2016. Von Neusäß nach Kurtatsch, Südtirol

Übernachtung: Camping Obstgarten, Kurtatsch, OT Breitbach

Tageskilometer: 358

 

Nochmal weg? Das klingt absolut verführerisch so kurz vor dem Ende der großen Ferien. Die Schultaschen für den Herbst sind gepackt und warten auf ihre Premiere am 13. September im neuen Schuljahr 2016/17. Die Kinder gewöhnen sich langsam an die Idee, bald wieder Schülerin und Schüler zu sein. Die nächsten Monate werden wir wieder früh aufstehen und uns dem Alltag mit seinem eigenen Rhythmen stellen. Der Sommer wird schnell in den Herbst übergehen. Die Tage werden kürzer, die Abende länger und kühler. 

 

Grund genug für einen Absacker, für eine kleines Abschiedsfest für die Sommerferien, die nur noch wenige Tage dauern. Letzte Woche haben wir kurzerhand überlegt, ein langes und wahrscheinlich letztes Sommerwochenende in der Stuga zu verbringen. So sind wir heute früh um vier im Stockdunklen und mit müden Augen aus den Kojen gekrochen und losgezogen. Die letzte Nacht haben wir in der Stuga geschlafen, nur 200 Meter von unserer Haustür entfernt. Für die Kinder ein perfekter Auftakt für ein langes letztes Ferienwochenende.  

 

Als es gerade so hell wurde haben wir den Brenner überquert und zum zweiten Frühstück hatten wir unser Ziel erreicht: Kurtatsch in Südtirol. Inzwischen waren wir so oft hier, dass es sich herrlich vertraut anfühlt: Hochsommerliche Temperaturen, ein Sprung in den Badeteich, ein Spaziergang durch die kühlen Gassen des Ortes und ein Glas Sauvignon vor der Stuga und für die Kinder ein tropfendes Eis am Stiel.  Was für ein schöner Sommerabschluss. Besser können Sommerferien eigentlich gar nicht zu Ende gehen!

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Wieder zu Hause. Das Ende einer Familienreise von Bayern nach Südschweden

25. und letzter Reisetag. Von Hammelburg, Franken nach Neusäß

Tageskilometer: 260

 

Wir haben eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz in Siebach bei Hammelburg verbracht. Der Stellplatz ist wirklich schön und ich bin sicher, dass wir nicht das letzte Mal da waren. Stellplätze für Wohnwagen gehören nicht unbedingt zu den unkomplizierten Kapiteln. Wir nutzen die App ADAC-Camping- und Sellplatzführer. Dort kann man die Stellplätzen selektieren und sehen, welche auch für Wohnwagen zugelassen sind.

 

Den heißen Tipp haben wir vor einer guten Weile schon von Sascha aus dem Driving Office bekommen. Danke dir!

 

Und es ist, wie es eben nach Reisen immer ist. Die Kinder sind in ihren Zimmern verschwunden, Frau Hund liegt zufrieden im Garten und gleich wird die Waschmaschine ihre ersten Runden drehen. 

Die eigene Dusche ist nach gut drei Wochen Reisen angenehm. Gedanklich haben wir die Fühler wie immer schon etwas in die Zukunft ausgestreckt und die ein oder andere Reiseidee ist auf der Rückfahrt auch schon gewachsen. Zwischen Hamburg und Hannover war ja genug Zeit dafür. Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Ausflug mit unserer Stuga!

Stellplatz in Siebach Hammelburg. Dank Brötchenservice die erste Breze nach wochenlanger Abstinenz
Stellplatz in Siebach Hammelburg. Dank Brötchenservice die erste Breze nach wochenlanger Abstinenz
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Lass rauschen. Von Niedersachsen nach Bayern

24. Reisetag. Sonntag, 21. August 2016. Von Egestorf, Niedersachsen nach Hammelburg-Diebach, Bayern

Übernachtung: Wohnmobil- und Wohnwagenstellplatz Am Forellenhof Reuß, Hammelburg-Diebach, Bayern

Tageskilometer: 440 

 

Heute läuft es deutlich besser. Es ist zwar einiges los auf der Straße, aber zum Stillstand kommt es trotz Baustellen nicht. Wir kommen morgens zeitig los und gegen 15:30 erreichen wir Hammelburg  in Bayern. Kurz überlegen wir noch, ob wir die restlichen 260 Kilometer bis zu Hause noch abspulen, entscheiden uns dann aber dagegen. 400 Tageskilometer sind genug und so erreichen wir den Stellplatz im Örtchen Diebach. Vorher haben wir angerufen und angefragt, ob wir mit WoWa kommen können.

 

Gestern war es doch etwas kurios, die drei Wohnwagen auf dem Platz wurden lediglich "geduldet", nachdem der Kassierer "beide Augen zudrückte". Wir kamen ins Gespräch, aber so richtig verstanden haben wir die Begründung nicht. Sachlich, also mit dem Fahrzeug an sich, ist es nicht begründet, die Gemeinde hat Sorge, dass "Zigeuner" und "Zirkusvolk" -schon die Wortwahl ist kurios- den Platz besiedeln und die Wohnmobilsten stören. Und für Wohnwägen sei schließlich der Campingplatz da. Die erhöhte Gebühr (8 Euro Womo und 11 Wowa) nehmen wir für diesen Abend so hin. Hinterfragen darf man es allerdings nicht groß, der Nachbar im WoMo zieht ein Auto auf dem Hänger hintendrein ...

 

Für heute haben wir in jedem Fall einen Platz gefunden, der rundum passt. Er liegt herrlich im Grünen mit einem fantastischen Ausblick ins Saaletal. Auf dem Forellenhof tummeln sich etliche Tiere, es gibt einen Spielplatz und einen Biergarten beim Gasthof. Neben Forellen findet man  Pizzen und Flammkuchen auf der Karte. Der Wirt und Stellplatzbetreiber ist sehr bemüht um seine Gäste. Ein guter Ort für einen schönen letzten Abend auf der Rückreise! 

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Stau.

... leider über Stunden!
... leider über Stunden!

23. Reisetag. Samstag, 20. August 2016. Von Löstrup, Schleswig Holstein nach Egestorf, Niedersachsen

Übernachtung: Stellplatz am Naturbad Aquadies, Egeltorf. Wohnwagen laut Kassierer geduldet gegen erhöhte Gebühr (11 Euro Wowa, 8 Euro WoMo)

Tageskilometer: 200

 

200 Kilometer in 5 Stunden. Das sagt eigentlich schon alles, die Geschichte um den heutigen Tag ist schnell erzählt.

Wir hatten morgens angenehme Stunden auf dem schönen Landvergnügenstellplatz in Löstrup. So wie es sich auf dem Land gehört, wurden wir vom Hahn geweckt, bevor die Gänse mit ihrem Geschnatter einstimmten. Bei einem gemütlichen  Frühstück mit Semmeln aus dem Hofladen ließen wir uns Zeit, die Kinder besuchten nochmal die Hasen und hüpften auf dem Trampolin. So war es schon fast Mittag, als wir loskamen.

Nach dem Entsorgen auf dem zwei Kilometer entfernten (übrigens netten!) Wohnmobil- und Wohnwagenstellplatz im Ort Löstrup ging es auf die Autobahn. Nach zwei Stunden hatten wir 70 Kilometer geschafft, weitere drei Stunden mühten wir uns noch ab und entschlossen uns um halb fünf die Sache für heute gut sein zu lassen.

Nun stehen wir auf dem vollen Stellplatz (der für 30 Mobile ausgewiesene Stellplatz ist mit 40 Mobilen und 3 Wohnwagen belegt) am Schwimmbad in Egestsorf und nehmen die Sache morgen nochmal in Angriff. Drückt uns die Daumen!

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"Du Mama, können wir hier noch länger ...?" Ein Landvergnügen in Schleswig Holstein

22. Reistag. Freitag, 19. August 2016. Von Borrby, Skane (Südschweden) nach Sörup, Schleswig Holstein

Übernachtung: Hofgemeinschaft Löstrup, Sörup, Schleswig Holstein (aus: Stellplatzführer Landvergnügen 2016)

Tageskilometer: 460

 

Nach kaugummizähen Autobahnkilometern erst durch Schweden, dann durch Dänemark -wir meiden auf der Rückreise die Fähre und kommen über die Brücken auf dem Landweg- sind wir für heute am Tagesziel. Die Stuga landet in Sörup in Schleswig Holstein.

 

"Du Mama, können wir hier noch länger ...?" höre ich von unserer Tochter auf dem Rücksitz schon in der Einfahrt zur Hofgemeinschaft Löstrup. Vor uns liegt ein wunderschöner alter Dreiseitenhof mit reetgedecktem Bauernhaus, davor eine große Holzschaukel und ein Holzpferd. Kaninchen schnuppern in ihren Gehegen, der Hahn kräht und im Bauerngarten blühen selten gewordene alte Stauden. "Bullerbü in Schleswig Holstein" ist mein erster Gedanke.

 

Die Hofgemeinschaft Löstrup ist ein kleiner Demeter-Betrieb mit Backstube, gut sortiertem Laden, eigener Imkerei und Sozialarbeit. In der kleinen Gärtnerei kann man selten gewordenen alte Stauden und Pflanzen kaufen. Wir werden sehr aufmerksam empfangen und beziehen unser Nachtquartier auf dem Hof zwischen den Hühnern und einem liebevoll gerichteten, blühenden Garten. Im Hofladen decken wir uns mit Brot, Käse, Obst & Gemüse und hausgemachten Würsten ein und freuen uns auf ein Abendessen am blühenden Staudengarten mit Knackwurst, stugagemachtem Kartoffelsalat und Emmer-Bier in Schleswig Holstein.

 

Der Staudengarten von Irmtraud Cordes ist eine Wohltat für das Auge. In unzähligen Tönen Grün rebelliert er fröhlich gegen den Einheitsbrei, der mit Thuja und Kirschlorbeer in unseren Vorgärten eingezogen ist. Wir kommen ins Gespräch und Frau Cordes erzählt, dass sie alle Pflänzchen ohne chemische Hilfsmittel selbst zieht. Sie gibt ihr Wissen gern weiter, der Hofgarten ist voll mit herrlichen Anregungen für den eigenen Garten. Wir sitzen zwischen duftenden Teekräutern, Phlox, Fetter Henne und dem blühenden lila Sommerflieder. Ja wirklich, man würde gern noch länger ...!

 

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Ystad. Ein Städtchen nicht nur für Wallander-Fans. Fachwerk, ein blühender Klostergarten und eine malerische Altstadt

21. Reisetag. Donnerstag, 18. August 2016. Von Borrbystrand nach Ystad, Skane

Übernachtung: Borrbystrand Camping, Skane

Tageskilometer: 

 

Morgens trommelt Regen auf das Dach der Stuga. Für drei, die sich im warmen Bett nochmal umdrehen und dann gemütlich frühstücken, eine feine Sache. Unser Herr Fahrtenschreiber besorgt Semmeln bei prasselndem Regen und geht später bei strömendem Regen mit dem Hund eine erste Runde vor die Tür. Das Colliemädchen macht sich gut als Reisebegleiterin. Gern passt sie sich unserem Tagesrhythmus an. Collietypisch lebt sie nach dem Motto "Dabeisein ist alles". Während wir Einkaufen oder am Strand sind, bleibt sie aber auch problemlos für ein, zwei Stunden in der Stuga und hält ein Schläfchen.

 

Ystad ist das schwedische Mekka der Krimifreunde. Henning Mankell siedelt seine Romanfigur Kurt Wallander in seiner Heimatstadt an. Die Bücher wurden hier auch verfilmt, die Orte kann man bei einem Stadtrundgang besichtigen. Wallanders Lieblingscafe Fridolfs Konditori findet man gegenüber der Tourist Information in der Nähe des Bahnhofs. Nicht weit davon ist das Hotel Continental, in dem Wallander gerne mal einen Absacker zu sich nimmt. In der Tourist Information gibt es ein Faltblatt, das auf Wallanders Spuren durch die Stadt führt. Mit alten Löschfahrzeugen kann man sich auch ohne die Füße zu strapazieren auf Wallander-Tour machen. 

 

Wallander-Tour in Ystad mit historischem Löschfahrzeug
Wallander-Tour in Ystad mit historischem Löschfahrzeug

Am Stortorget befindet sich die St. Maria Kyrka. Seit dem 17. Jahrhundert ertönt abends alle 15 Minuten die Trompete des Turmwächters um die Bewohner vor Feuer zu warnen. Mit seinen vielen Fachwerkhäusern war Ystad besonders gefährdet. Die Kinder fanden in schwedischen Kirchen immer schon die Spielecke interessant. Bilderbücher, Malsachen und ein kleiner Tisch mit Stühlen gehören zur Standardausstattung. In der Maria Kyrka hat man sich besonders viel Mühe gegeben. Zusätzlich steht ein bequemes Sofa für die Eltern neben der Kinderspielecke. Für die Kinder liegen Talare zum Verkleiden und liebevoll gemachte Requisiten bereit, mit denen sie Szenen aus dem kirchlichen Leben wie Hochzeit, Taufe oder Beerdigung spielen können. 

Maria Kyrka, Ystad. Viel Raum für Kinder
Maria Kyrka, Ystad. Viel Raum für Kinder

Mitten in der Stadt liegt das Grabrödraklostret. Das alte Franziskanerkloster hat einen herrlichen Blumen- und Kräutergarten. Nach der Reformation war es Hospiz, verfiel aber mit den Jahren arg. Eine Bürgerinitiative erzwang 1909 die Restaurierung. Heute wird sie als Kirche und auch als Museum genutzt. Ins letztere kam ich eher zufällig, weil der kleine Held dringend mal musste. Beim Warten stöberte ich durch den Museumsladen und habe das beste Souvenir für die Stuga gefunden, das man sich denken kann: Eine Küchenschürze von Gudrun Sjoeden aus Schweden. 

Souvenir aus Ystad. Eine schwedische Küchenschürze für die Stuga
Souvenir aus Ystad. Eine schwedische Küchenschürze für die Stuga

Durch die Stadt schlendern macht hungrig und wir freuen uns auf zwei Adressen, die wir schon kennen und an die wir gute Erinnerungen haben.

In der Bageri Söderberg & Sara gibt es knuspriges (!) Bio-Brot aus Sauerteig. Das ist in Schweden keine Selbstverständlichkeit und wir behaupten, dass es mit Abstand das beste Brot ist, das wir auf dieser Reise bekommen haben und es mit unserem Bäcker zu Hause durchaus konkurrieren kann. Die Sandwiches mit Käse oder Ziegenfrischkäse und geraspeltem Rotkohl waren ein Genuss. Drinnen sitzt man für eine Mittags- oder Kaffeepause am Tresen sehr nett.

Im Innenhof von Hos Morten ruhen wir später bei einem Kaffee und einem Stück hausgemachter Himbeertorte unsere müden Füße aus. Man sitzt lauschig an kleinen Tischen in netter Umgebung. 

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Mit der Stuga im Schlepptau ans Meer. Von Smaland nach Schonen

20. Reisetag. Mittwoch, 17. August 2016. Von Ryd, Smaland nach Borrbystrand, Skane

Übernachtung: Borrbystrands Camping

Tageskilometer: 170

 

Die Kinder sind von der Abreise nicht so begeistert. Man könnte ja noch einen Tag am See in Smaland dranhängen, meinen sie. Der Wetterbericht verspricht für Skane (Schonen), dem südlichsten Zipfel Schwedens, heute viel Sonne und erst am Abend Regenschauer. Die Aussicht auf einen Nachmittag am Meer ist dann doch verlockend. Los geht´s! 

 

Bald zeigt das Thermometer 25 Grad an, die dichten Smalandwälder, die die Straße säumen, weichen einer weiten Landschaft, die durch Landwirtschaft geprägt ist. Wir ziehen an Kuhweiden, Kartoffelfeläckern und goldenen Getreidefeldern vorbei. Die Ernte ist im Gange. Dann erhaschen wir links einen blauen Steifen, der bis zum Horizont reicht: Das Meer.  

 

Schonen hat eine lange dänische Vergangenheit. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte der Landstrich zu Dänemark, bevor er endgültig schwedisch wurde. Im übrigen Schweden behauptet man, die Schonen aufgrund ihres dänisch gefärbten Dialekts schwer zu verstehen. Die Landschaft ist eher lieblich als spektakulär. Am Straßenrand fallen Hinweise auf Handwerksbetriebe und Künstlerwerkstätten auf. Kulturinteressierte stoßen auf alte Runenfunde, Hügelgräber, Burgruinen und Kirchen.  

 

Unsere Rechnung geht auf. An der Küste entlang zieht sich ein herrlicher Sandstrand. Die Schule hat in Schweden wieder begonnen, es ist Nachsaison und so hält sich der Andrang in Grenzen. Den Nachmittag verbringen wir vor einer Düne am Meer. Strand und Sonne in Schonen tun zum Abschluss unserer Reise gut.  

 

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