Unser Fahrtenschreiber

Randnotizen unserer Camping- und Familienreisen


Wieder zu Hause. Das Ende einer Familienreise von Bayern nach Südschweden

25. und letzter Reisetag. Von Hammelburg, Franken nach Neusäß

Tageskilometer: 260

 

Wir haben eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz in Siebach bei Hammelburg verbracht. Der Stellplatz ist wirklich schön und ich bin sicher, dass wir nicht das letzte Mal da waren. Stellplätze für Wohnwagen gehören nicht unbedingt zu den unkomplizierten Kapiteln. Wir nutzen die App ADAC-Camping- und Sellplatzführer. Dort kann man die Stellplätzen selektieren und sehen, welche auch für Wohnwagen zugelassen sind. Den heißen Tipp haben wir vor einer guten Weile schon von Sascha aus dem Driving Office bekommen. Danke dir!

 

Und es ist, wie es eben nach Reisen immer ist. Die Kinder sind in ihren Zimmern verschwunden, Frau Hund liegt zufrieden im Garten und gleich wird die Waschmaschine ihre ersten Runden drehen. 

Die eigene Dusche ist nach gut drei Wochen Reisen angenehm. Gedanklich haben wir die Fühler wie immer schon etwas in die Zukunft ausgestreckt und die ein oder andere Reiseidee ist auf der Rückfahrt auch schon gewachsen. Zwischen Hamburg und Hannover war ja genug Zeit dafür. Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Ausflug mit unserer Stuga!

Stellplatz in Siebach Hammelburg. Dank Brötchenservice die erste Breze nach wochenlanger Abstinenz
Stellplatz in Siebach Hammelburg. Dank Brötchenservice die erste Breze nach wochenlanger Abstinenz
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Lass rauschen. Von Niedersachsen nach Bayern

24. Reisetag. Sonntag, 21. August 2016. Von Egestorf, Niedersachsen nach Hammelburg-Diebach, Bayern

Übernachtung: Wohnmobil- und Wohnwagenstellplatz Am Forellenhof Reuß, Hammelburg-Diebach, Bayern

Tageskilometer: 440 

 

Heute läuft es deutlich besser. Es ist zwar einiges los auf der Straße, aber zum Stillstand kommt es trotz Baustellen nicht. Wir kommen morgens zeitig los und gegen 15:30 erreichen wir Hammelburg  in Bayern. Kurz überlegen wir noch, ob wir die restlichen 260 Kilometer bis zu Hause noch abspulen, entscheiden uns dann aber dagegen. 400 Tageskilometer sind genug und so erreichen wir den Stellplatz im Örtchen Diebach. Vorher haben wir angerufen und angefragt, ob wir mit WoWa kommen können.

 

Gestern war es doch etwas kurios, die drei Wohnwagen auf dem Platz wurden lediglich "geduldet", nachdem der Kassierer "beide Augen zudrückte". Wir kamen ins Gespräch, aber so richtig verstanden haben wir die Begründung nicht. Sachlich, also mit dem Fahrzeug an sich, ist es nicht begründet, die Gemeinde hat Sorge, dass "Zigeuner" und "Zirkusvolk" -schon die Wortwahl ist kurios- den Platz besiedeln und die Wohnmobilsten stören. Und für Wohnwägen sei schließlich der Campingplatz da. Die erhöhte Gebühr (8 Euro Womo und 11 Wowa) nehmen wir für diesen Abend so hin. Hinterfragen darf man es allerdings nicht groß, der Nachbar im WoMo zieht ein Auto auf dem Hänger hintendrein ...

 

Für heute haben wir in jedem Fall einen Platz gefunden, der rundum passt. Er liegt herrlich im Grünen mit einem fantastischen Ausblick ins Saaletal. Auf dem Forellenhof tummeln sich etliche Tiere, es gibt einen Spielplatz und einen Biergarten beim Gasthof. Neben Forellen findet man  Pizzen und Flammkuchen auf der Karte. Der Wirt und Stellplatzbetreiber ist sehr bemüht um seine Gäste. Ein guter Ort für einen schönen letzten Abend auf der Rückreise! 

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Stau.

... leider über Stunden!
... leider über Stunden!

23. Reisetag. Samstag, 20. August 2016. Von Löstrup, Schleswig Holstein nach Egestorf, Niedersachsen

Übernachtung: Stellplatz am Naturbad Aquadies, Egeltorf. Wohnwagen laut Kassierer geduldet gegen erhöhte Gebühr (11 Euro Wowa, 8 Euro WoMo)

Tageskilometer: 200

 

200 Kilometer in 5 Stunden. Das sagt eigentlich schon alles, die Geschichte um den heutigen Tag ist schnell erzählt.

Wir hatten morgens angenehme Stunden auf dem schönen Landvergnügenstellplatz in Löstrup. So wie es sich auf dem Land gehört, wurden wir vom Hahn geweckt, bevor die Gänse mit ihrem Geschnatter einstimmten. Bei einem gemütlichen  Frühstück mit Semmeln aus dem Hofladen ließen wir uns Zeit, die Kinder besuchten nochmal die Hasen und hüpften auf dem Trampolin. So war es schon fast Mittag, als wir loskamen.

Nach dem Entsorgen auf dem zwei Kilometer entfernten (übrigens netten!) Wohnmobil- und Wohnwagenstellplatz im Ort Löstrup ging es auf die Autobahn. Nach zwei Stunden hatten wir 70 Kilometer geschafft, weitere drei Stunden mühten wir uns noch ab und entschlossen uns um halb fünf die Sache für heute gut sein zu lassen.

Nun stehen wir auf dem vollen Stellplatz (der für 30 Mobile ausgewiesene Stellplatz ist mit 40 Mobilen und 3 Wohnwagen belegt) am Schwimmbad in Egestsorf und nehmen die Sache morgen nochmal in Angriff. Drückt uns die Daumen!

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"Du Mama, können wir hier noch länger ...?" Ein Landvergnügen in Schleswig Holstein

22. Reistag. Freitag, 19. August 2016. Von Borrby, Skane (Südschweden) nach Sörup, Schleswig Holstein

Übernachtung: Hofgemeinschaft Löstrup, Sörup, Schleswig Holstein (aus: Stellplatzführer Landvergnügen 2016)

Tageskilometer: 460

 

Nach kaugummizähen Autobahnkilometern erst durch Schweden, dann durch Dänemark -wir meiden auf der Rückreise die Fähre und kommen über die Brücken auf dem Landweg- sind wir für heute am Tagesziel. Die Stuga landet in Sörup in Schleswig Holstein.

 

"Du Mama, können wir hier noch länger ...?" höre ich von unserer Tochter auf dem Rücksitz schon in der Einfahrt zur Hofgemeinschaft Löstrup. Vor uns liegt ein wunderschöner alter Dreiseitenhof mit reetgedecktem Bauernhaus, davor eine große Holzschaukel und ein Holzpferd. Kaninchen schnuppern in ihren Gehegen, der Hahn kräht und im Bauerngarten blühen selten gewordene alte Stauden. "Bullerbü in Schleswig Holstein" ist mein erster Gedanke.

 

Die Hofgemeinschaft Löstrup ist ein kleiner Demeter-Betrieb mit Backstube, gut sortiertem Laden, eigener Imkerei und Sozialarbeit. In der kleinen Gärtnerei kann man selten gewordenen alte Stauden und Pflanzen kaufen. Wir werden sehr aufmerksam empfangen und beziehen unser Nachtquartier auf dem Hof zwischen den Hühnern und einem liebevoll gerichteten, blühenden Garten. Im Hofladen decken wir uns mit Brot, Käse, Obst & Gemüse und hausgemachten Würsten ein und freuen uns auf ein Abendessen am blühenden Staudengarten mit Knackwurst, stugagemachtem Kartoffelsalat und Emmer-Bier in Schleswig Holstein.

 

Der Staudengarten von Irmtraud Cordes ist eine Wohltat für das Auge. In unzähligen Tönen Grün rebelliert er fröhlich gegen den Einheitsbrei, der mit Thuja und Kirschlorbeer in unseren Vorgärten eingezogen ist. Wir kommen ins Gespräch und Frau Cordes erzählt, dass sie alle Pflänzchen ohne chemische Hilfsmittel selbst zieht. Sie gibt ihr Wissen gern weiter, der Hofgarten ist voll mit herrlichen Anregungen für den eigenen Garten. Wir sitzen zwischen duftenden Teekräutern, Phlox, Fetter Henne und dem blühenden lila Sommerflieder. Ja wirklich, man würde gern noch länger ...!

 

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Ystad. Ein Städtchen nicht nur für Wallander-Fans. Fachwerk, ein blühender Klostergarten und eine malerische Altstadt

21. Reisetag. Donnerstag, 18. August 2016. Von Borrbystrand nach Ystad, Skane

Übernachtung: Borrbystrand Camping, Skane

Tageskilometer: 

 

Morgens trommelt Regen auf das Dach der Stuga. Für drei, die sich im warmen Bett nochmal umdrehen und dann gemütlich frühstücken, eine feine Sache. Unser Herr Fahrtenschreiber besorgt Semmeln bei prasselndem Regen und geht später bei strömendem Regen mit dem Hund eine erste Runde vor die Tür. Das Colliemädchen macht sich gut als Reisebegleiterin. Gern passt sie sich unserem Tagesrhythmus an. Collietypisch lebt sie nach dem Motto "Dabeisein ist alles". Während wir Einkaufen oder am Strand sind, bleibt sie aber auch problemlos für ein, zwei Stunden in der Stuga und hält ein Schläfchen.

 

Ystad ist das schwedische Mekka der Krimifreunde. Henning Mankell siedelt seine Romanfigur Kurt Wallander in seiner Heimatstadt an. Die Bücher wurden hier auch verfilmt, die Orte kann man bei einem Stadtrundgang besichtigen. Wallanders Lieblingscafe Fridolfs Konditori findet man gegenüber der Tourist Information in der Nähe des Bahnhofs. Nicht weit davon ist das Hotel Continental, in dem Wallander gerne mal einen Absacker zu sich nimmt. In der Tourist Information gibt es ein Faltblatt, das auf Wallanders Spuren durch die Stadt führt. Mit alten Löschfahrzeugen kann man sich auch ohne die Füße zu strapazieren auf Wallander-Tour machen. 

 

Wallander-Tour in Ystad mit historischem Löschfahrzeug
Wallander-Tour in Ystad mit historischem Löschfahrzeug

Am Stortorget befindet sich die St. Maria Kyrka. Seit dem 17. Jahrhundert ertönt abends alle 15 Minuten die Trompete des Turmwächters um die Bewohner vor Feuer zu warnen. Mit seinen vielen Fachwerkhäusern war Ystad besonders gefährdet. Die Kinder fanden in schwedischen Kirchen immer schon die Spielecke interessant. Bilderbücher, Malsachen und ein kleiner Tisch mit Stühlen gehören zur Standardausstattung. In der Maria Kyrka hat man sich besonders viel Mühe gegeben. Zusätzlich steht ein bequemes Sofa für die Eltern neben der Kinderspielecke. Für die Kinder liegen Talare zum Verkleiden und liebevoll gemachte Requisiten bereit, mit denen sie Szenen aus dem kirchlichen Leben wie Hochzeit, Taufe oder Beerdigung spielen können. 

Maria Kyrka, Ystad. Viel Raum für Kinder
Maria Kyrka, Ystad. Viel Raum für Kinder

Mitten in der Stadt liegt das Grabrödraklostret. Das alte Franziskanerkloster hat einen herrlichen Blumen- und Kräutergarten. Nach der Reformation war es Hospiz, verfiel aber mit den Jahren arg. Eine Bürgerinitiative erzwang 1909 die Restaurierung. Heute wird sie als Kirche und auch als Museum genutzt. Ins letztere kam ich eher zufällig, weil der kleine Held dringend mal musste. Beim Warten stöberte ich durch den Museumsladen und habe das beste Souvenir für die Stuga gefunden, das man sich denken kann: Eine Küchenschürze von Gudrun Sjoeden aus Schweden. 

Souvenir aus Ystad. Eine schwedische Küchenschürze für die Stuga
Souvenir aus Ystad. Eine schwedische Küchenschürze für die Stuga

Durch die Stadt schlendern macht hungrig und wir freuen uns auf zwei Adressen, die wir schon kennen und an die wir gute Erinnerungen haben.

In der Bageri Söderberg & Sara gibt es knuspriges (!) Bio-Brot aus Sauerteig. Das ist in Schweden keine Selbstverständlichkeit und wir behaupten, dass es mit Abstand das beste Brot ist, das wir auf dieser Reise bekommen haben und es mit unserem Bäcker zu Hause durchaus konkurrieren kann. Die Sandwiches mit Käse oder Ziegenfrischkäse und geraspeltem Rotkohl waren ein Genuss. Drinnen sitzt man für eine Mittags- oder Kaffeepause am Tresen sehr nett.

Im Innenhof von Hos Morten ruhen wir später bei einem Kaffee und einem Stück hausgemachter Himbeertorte unsere müden Füße aus. Man sitzt lauschig an kleinen Tischen in netter Umgebung. 

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Mit der Stuga im Schlepptau ans Meer. Von Smaland nach Schonen

20. Reisetag. Mittwoch, 17. August 2016. Von Ryd, Smaland nach Borrbystrand, Skane

Übernachtung: Borrbystrands Camping

Tageskilometer: 170

 

Die Kinder sind von der Abreise nicht so begeistert. Man könnte ja noch einen Tag am See in Smaland dranhängen, meinen sie. Der Wetterbericht verspricht für Skane (Schonen), dem südlichsten Zipfel Schwedens, heute viel Sonne und erst am Abend Regenschauer. Die Aussicht auf einen Nachmittag am Meer ist dann doch verlockend. Los geht´s! 

 

Bald zeigt das Thermometer 25 Grad an, die dichten Smalandwälder, die die Straße säumen, weichen einer weiten Landschaft, die durch Landwirtschaft geprägt ist. Wir ziehen an Kuhweiden, Kartoffelfeläckern und goldenen Getreidefeldern vorbei. Die Ernte ist im Gange. Dann erhaschen wir links einen blauen Steifen, der bis zum Horizont reicht: Das Meer.  

 

Schonen hat eine lange dänische Vergangenheit. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte der Landstrich zu Dänemark, bevor er endgültig schwedisch wurde. Im übrigen Schweden behauptet man, die Schonen aufgrund ihres dänisch gefärbten Dialekts schwer zu verstehen. Die Landschaft ist eher lieblich als spektakulär. Am Straßenrand fallen Hinweise auf Handwerksbetriebe und Künstlerwerkstätten auf. Kulturinteressierte stoßen auf alte Runenfunde, Hügelgräber, Burgruinen und Kirchen.  

 

Unsere Rechnung geht auf. An der Küste entlang zieht sich ein herrlicher Sandstrand. Die Schule hat in Schweden wieder begonnen, es ist Nachsaison und so hält sich der Andrang in Grenzen. Den Nachmittag verbringen wir vor einer Düne am Meer. Strand und Sonne in Schonen tun zum Abschluss unserer Reise gut.  

 

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Ein Tag in der Stuga. Ein Tag Zuhause

19. Reisetag. Dienstag, 16. August 2016. Getnö Gard, Ryd, Smaland

Übernachtung: Getnö Gard, Ryd

Tageskilometer: 0

 

Bei Sonnenschein deckt unser zauberhaftes Fräulein Fahrtenschreiber den Frühstückstisch draußen und schwuppdiwupp schlägt das Wetter um. Graue Wolken ziehen auf, ein kühler Wind weht und bevor es zu regnen beginnt, können wir gerade noch unsere Frühstückseier löffeln und die Rosinensemmeln aufessen. 

 

In der Stuga ist es gemütlich und aus unseren 14 Quadratmetern Wohnfläche ist längst ein vollwertiges Zuhause geworden. Unsere Tochter zieht sich in ihr kuscheliges Stockbett zurück und schließt den Raumteiler. Unser Sohn belagert bäuchlings das Elternbett und genießt bei geschlossener Faltjalousie sein kleines Königreich. Die Liste der Bücher, die er auf dieser Reise gelesen hat, ist lang. Richtig lang.

Mein Herr Fahrtenschreiber und ich legen eine ausgiebige Kaffeepause in unserer Wohnstube ein. Am Küchentisch halten wir Redaktionssitzung des Fahrtenschreibers. Auf unser Dach trommelt Regen, Wind braust um die Stuga. Schlechtes Wetter kann unglaublich behaglich sein.  

 

Die Laufwege in unserer Stuga haben sich schnell eingespielt. Es braucht ein, zwei Tage bis jeder wieder weiß, wo man geht und steht, ohne den Ellbogen eines Mitbewohners in den Rippen zu haben oder über fremde Zehen zu latschen. "Geh mal aus dem Weg" hört man nur noch selten. Auch Frau Hund liegt in der Stuga nicht mehr dauernd im Weg rum. Schon eine Weile grätschen wir nicht mehr im halben Spagat über den Hund.

 

Wir sind trotz Regen gut im Fluss. Es geht nicht darum, Dinge möglichst schnell und effizient zu erledigen. Warum soll es nicht etwas länger dauern, bis das Geschirr gespült ist, bis Saftbecher und nutellaverschmierte Teller aus der Spülschüssel aufs Abtropfgitter wandern und langsam drehend von zwei Kinderhänden getrocknet werden. Langsamkeit ist gar nicht verkehrt. 

 

Und dann lässt sich die Sonne doch noch sehen. Schnell wird es warm, die Kinder verschwinden auf den Spielplatz, bevor wir die Boote richten und eine Runde über den See paddeln. Ein letztes Lagerfeuer mit selbstgesammelten Holz aus dem angrenzenden Wald beschließt unsere Zeit in Smaland. Morgen früh werden wir unser Häuschen ins Schlepptau nehmen und es in Skane, dem südlichsten Teil Schwedens, wieder beziehen. 

 

 

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Camping in Schweden. Geräuchertes Stockbrot und sonnenhungrige Schlangen am See

18. Reisetag. Montag, 15. August 2016. Getnö Gard, Ryd, Smaland

Übernachtung: Gentö Gard, Ryd

Tageskilometer: 0

 

Das Wetter hat sich erholt. Die Sonne scheint morgens schon warm. Bis zur Rezeption und zum Café, wo es Semmeln gibt, ist es ein kleiner Morgenspaziergang, den auch Frau Hund gerne mitgeht. Üblicherweise geht mein Herr Fahrtenschreiber in der Früh los, heute übernehme ich das mal und habe gleich die erste Begegnung mit einer Schlange. Hinter der Dog-Bar, einem Hundehäuschen mit Futter, und der Hauswand verlässt eine große Ringelnatter ihre Höhle und sonnt sich. Später am Nachmittag wird uns noch eine Schlange über den Weg laufen. Direkt neben der Stuga zwischen Farn und Stein schlängelt sich eine schwarze Schlange. Vermutlich ist es eine Kreuzotter, die schwarzgefärbten Höllenottern sollen im Norden verbreiteter sein und sich gerne nach längeren Regenperioden und in Regionen mit großen tageszeitlichen Temperaturschwankungen zeigen. Wir ermahnen die Kinder wieder, besonders beim Klettern auf Steinen wachsam zu sein und nicht durch den Farn zu rennen. Man weiß ja, dass Schlangen in Schweden nicht gerade selten sind, aber es wird schon nochmal deutlicher, wenn eine plötzlich neben den eigenen Füßen auftaucht. 

 

Die Kinder sehen wir erst zum späten Mittagessen wieder. Am See haben sie zwischen Ufer und Badeinsel eine Shuttleverbindung aufgebaut und schippern mit ihren Freunden hin und her. Schön, dass es mit dem Wetter heute gut klappt und die Kinder ans Wasser können. Unsere Kinder genießen die Zeit auf dem Platz und verhandeln, wie lange wir noch bleiben können. Bis Mittwoch haben wir uns den Platz vormerken lassen. An Zeit fehlt es uns nicht, nachdem wir nicht weiter in den Norden bis Östergötland gefahren sind, muss Eile nicht sein. Wir haben übrigens keinen Campingplatz vorgebucht. Wir sind immer einfach vorbeigefahren und haben einen Platz bekommen. 

 

Abends werfen wir den Grill an - das Wetter muss man nutzen! Um uns herum qualmt es heftigst, so wie jeden Abend. Auf dem Platz wird Feuerholz verkauft, dass nur leider so nass ist, dass es mehr qualmt als brennt. Wir haben gestern auch einen Sack für stolze 60 Kronen gekauft und versucht Stockbrot über dem Feuer zu machen. Naja, den Teig konnte man eher räuchern als rösten. Wir sammeln das Holz im Wald besser wieder selbst. 

 

 

Morgenrunde mit Frau Hund. Auch an Getnö Gard grenzen Wanderwege
Morgenrunde mit Frau Hund. Auch an Getnö Gard grenzen Wanderwege
Unsere Nachbarin wohnt neben der Stuga zwischen Farn und Stein. Anderntags begegnet uns noch eine am Wegrand auf unserer Runde mit dem Hund durch den Wald
Unsere Nachbarin wohnt neben der Stuga zwischen Farn und Stein. Anderntags begegnet uns noch eine am Wegrand auf unserer Runde mit dem Hund durch den Wald
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Oliv, braun, matsch. Auf Regen folgt Waschmaschine

17. Reisetag. Sonntag, 14. August 2016. Von Getnö Gard bei Ryd nach Klasamala

Übernachtung: Getnö Gard, Ryd, Smaland

Tageskilometer: 20 

 

Regentage hinterlassen ihre Spuren. Olivbraungefärbte Ringelsocken, matschbraune Hosenbeine, grünbraune Knie. Der Dreck reicht vom braunen Jackenkragen bis zu den dunklen Fußsohlen und den schwarzgeränderten Zehennägeln..Morgen ist wohl Waschtag. Ich ahne jetzt schon, dass ich nicht die einzige Hausfrau mit dieser Absicht bin. Zwei Waschmaschinen auf einem gut gefüllten Campingplatz sind nicht die Welt. Aber, so meint unser Sohn, kann man gut und gern auch mal mit schwarzen Füßen ins Bett schlüpfen. Sind ja Ferien.

 

Der Hund sieht auch nicht besser aus. Madame ist nicht so sehr fürs Bürsten -gigantische Kombi für einen Langhaarhund!- und außerdem ist die Gute ein Magnet für Zecken. In unsere Familie bin ich für medizinische Belange aller Art zuständig und so versuche ich den Hund von der ekligen Plage zu befreien. Jeden Tag finde ich mindestens eins der blutsaugenden Biester. 

 

Wo wir schon beim Thema Blutsauger sind: Mit den Mücken gibt es überhaupt keine Probleme. Schweden hat in der Hinsicht einen viel schlechteren Ruf, als es sein müsste. Ich kann mich eigentlich  nur an eine Mückenplage erinnern, die wir in Mittelschweden vor einigen Jahren hatten. Hier im Süden ist es kein Problem, das Mückenspray haben wir bisher nicht aus dem Schrank genommen. Wenn etwas um uns schwirrt, dann ist es meist eine Wespe. 

 

Um Getnö Gard liegt ein herrliches Naturschutzgebiet. Kleine verwunschene Weiler mit roten Häusern liegen schön zum Wandern oder für eine Radtour zwischen Buchen- und Kiefernwäldern. Bei Kasamala Richtung Urshult liegt die Asnens Rökeri am Weg. Mit dem Auto kommen wir auf schmalen Straßen her, es ist nur ein Katzensprung. Das Angebot im Laden sieht super aus. Wir kaufen geräucherten Lachs und probieren Krebssalat. Wunderbar! 

 

Die Kinder sind auf dem Platz bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu sehen. Schnell haben sie Anschluss gefunden, kaum ein Kind, nicht deutsch spricht. Die Kabe-, Solifer- und Polardichte ist auf Getnö sehr gering, nur ab und an dringen niederländische oder belgische Sprachfetzen an unser Ohr.

 

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Am Asnen See

16. Reisetag. Samstag, 13. August 2016. Von Mariannelund an den Asnen See bei Ryd, Smaland

Übernachtung: Getnö Gard, Asnen

Tageskilometer: 190 

 

Wir kommen morgens recht schnell los. Tisch und Stühle sind seit gestern schon eingepackt, wir haben die Regenpause genutzt um die Sachen trocken einzupacken. Grauwasser leeren, Mover anlegen, Bremse raus und Stuga an den Haken - schon kann es losgehen. Zweieinhalb Stunden brauchen wir bis Tingsryd und sehen uns dort den Campingplatz an. Er ist recht voll und mir mag er nicht so recht gefallen, obwohl wir vor einigen Jahren schon einmal ein paar Tage hier verbracht haben und alles sehr gepflegt wirkt. Der angrenzende Zirkus, ein kleiner Frisör mit Nagelstudio und penibel abgegrenzte Parzellen fühlen sich nicht so passend für uns an. Grauer Dunst, der sich über den See legt und Nieselregen machen die Sache nicht gerade anziehender. 

 

Dann kaufen wir eben erst mal ein. In einer längeren Parkbucht bekommen wir für das Gespann einen (oder eher drei) Parkplatz und decken uns bei ICA mit Lebensmitteln ein. Für uns ist es immer noch gewöhnungsbedürftig, dass wir Joghurt nur in 1 Kilogramm Tetrapaks bekommen und auch der schwedische Käse wird in Klötzen abgepackt. Neben Joghurt gibt es auch viel Dickmilch, die schwedische Filmjölk, die recht lecker ist. Gern hätte ich mehr Sorten probiert, aber bis ein Liter davon aufgebraucht ist, ist die Reise fast um.

 

In schwedischen Läden läuft das Einkaufen ruhig ab. Kein Gedränge, kein kritisches Beäugen des Nachbarn, ob sich in der Schlange vor der Käsetheke vielleicht jemand nach vorne gedrängelt hat. Bald betritt man auch als Tourist einen Laden und hält Ausschau nach dem kleine Kasten an der Wand, aus dem man seinen "Nummerlapp" zieht. Der Abrisszettel mit Wartenummer wirkten an der Fischtheke und in der Konditorei erst etwas seltsam und erinnerten uns an Arbeitsamt oder Zulassungsbehörde, aber: Die Sache funktioniert! Während man in Ruhe mit seinem Nummerlapp in der Hand wartet, kann man in Gedanken die Einkaufsliste nochmal durchgehe, nach anderen Dingen Ausschau halten oder einen Schwatz halten. 

 

Außerdem hat die Thomas Stuga-Office in der letzten Woche und das Fahrtenschreiberbüro mehr Datenvolumen geschluckt, als üblich. In Tingsryd lassen wir die Karte nochmal aufladen, bevor wir weiter fahren. Wäre doch schade, wenn wir nichts mehr von uns hören oder lesen lassen könnten. Das Ziel ist inzwischen auch klar. Wir fahren an den Asnen See bei Ryd und wollen ein paar Tage auf dem Naturcampingplatz am Wasser verbringen. 7 Kilometer fährt man nach dem Abzweig von der Straße über eine Landzunge nach Getnö. 

 

Vor dem Campingplatz am Asnen haben sich schon einige Leute eingefunden und warten, bis die Rezeption um 14:00 Uhr nach zweistündiger Mittagspause wieder öffnet. Der Platz ist recht voll und so wie wir es in Erinnerung hatten, bei deutschen Campern sehr beliebt. Wir bekommen einen der letzten großen Stellplätze in Wassernähe und steuern mit der Stuga über den weitläufigen, naturbelassenen Platz zu unserem Nachtquartier, auf dem überraschenderweise aber schon ein Zelt steht. Wir warten zwei Stunden, bis sich die Sache aufgeklärt hat. Die niederländischen Zeltcamper hatten ihren Platz gegenüber mit "unserem"  großzügigeren getauscht und sind morgens von ihrem Platz 38 auf unseren mit der Nummer 37 umgezogen. Die Rezeption hat es schlicht und einfach verpennt. Ärgern hilft nichts und so ziehen wir eben auf den Platz 38 gegenüber. 

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